Château Lumière


Anfang 2014 haben wir es endlich auch zum Château Lumière geschafft.
Dieser Lost Place besticht durch seine lichtdurchflutete Eingangshalle und die wunderschöne, neobarocke Architektur.

Das Schloss blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück.

Nach gründlicher Recherche habe ich hier nun alle geschichtlichen Daten zusammengetragen.
Sie stammen aus offizieller Quelle.
Die Angaben, welche auf anderen Lost ­Places Fotoseiten zu finden sind, sind schlicht und einfach FALSCH! Auch das Gerücht, dass das Gebäude zeitweise als Bibliothek genutzt wurde, stimmt nicht.

Das Château wurde 1900 im Auftrag eines vermögenden Tabakfabrikanten und dessen Frau erbaut.

Hierfür beauftragte er zwei bekannte Architekten aus Straßburg.

Das Gebäude wurde damals im neobarocken Stil, nur wenige Meter entfernt von der Tabakfabrik der Familie errichtet.

Der Sohn lebte mit seinen Eltern gemeinsam im Schloss.
Nach seinem Studium löst er 1911 seinen Vater in der Führung des Unternehmens ab.
Er engagiert sich zudem in der Politik und ist zeitweise sogar Parlamentsabgeordneter für sein Departement.

Während des Ersten Weltkriegs wird er, weil er sich weigert, die deutschen Soldaten mit Tabak zu versorgen, von den Besatzern zu 8 Monaten Haft wegen „Manifestation des antideutschen Gefühls“ verurteilt.
Die Villa wird vom deutschen Generalstab annektiert.
Weil er sich weiterhin weigert, den Forderungen der Besatzungsmacht nachzugeben flüchtet er in die Schweiz.

Nach dem Waffenstillstand von 1918 kehrt er aus seinem Exil zurück und übernimmt die Leitung der inzwischen verstaatlichten Tabakfabrik erneut.

Während des Zweiten Weltkriegs dient das Herrenhaus als Ausbildungszentrum für SS-Offiziere.

Als der Staat im Jahr 1947 das Monopol auf Tabak erhebt, wird die Fabrik geschlossen.

Nach seinem Tod im Jahr 1959 wird das Château an eine Kirchengemeinde verkauft und später an Privatpersonen weiterverkauft.
Seitdem ist es unbewohnt.

In den 1990ern wird das Gebäude von Randalierern stark verwüstet.

Seit 1993 ist es denkmalgeschützt.

Im Frühjahr 2015 wurde der große Spiegel im Eingangsbereich von einem jugendlichen aus dem Ort zertrümmert.

 

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