How to HDR


Lost Places bieten zahlreiche Fotomotive. Doch diese ansehnlich einzufangen stellt den Fotografen vor neue Herausforderungen.
Oftmals sieht man sich mit komplizierten Lichtverhältnissen konfrontiert, welche eine Aufnahme mit einem ausgewogenen Verhältnis von Licht und Schatten unmöglich machen. Um  zu einem durchgehend optimal belichteten Bild zu kommen, hat jeder Fotograf seine eigene Lösung.

Eine (eher suboptimale) Möglichkeit, die ohne die Nutzung eines Stativs auskommt, ist der Einsatz eines Aufsteckblitzes, wodurch das Bild leider eine ziemlich plastische Wirkung bekommt und helle Lichtflecken an spiegelnden Oberflächen entstehen.

Eine weitere und von mir bevorzugte Lösung ist die Produktion einer HDR Aufnahme (High Dynamic Range Image = Bild mit hohem Dynamikumfang) . Durch diese Technik können auch große Helligkeitsunterschiede detailreich wiedergegeben werden.Viele Hobbyfotografen lehnen diese Technik ab, da in den zahlreichen Fotogruppen auf Facebook und Flickr oftmals unscharfe, knallbunte „Bonbon HDRs“ kursieren, doch das geht auch anders. In diesem Artikel möchte ich euch anhand einer Erläuterung meines Workflows in Form eines „How to HDRs“ erklären, wie ihr HDR Bilder mit einem (relativ) natürlichen Look erstellt, von der Aufnahme über das Stitching und Tonemapping mit der HDR Software Photomatix Pro bis hin zum Feintuning in Adobe Photoshop Elements. Durch diese Technik wird nahezu jedes Bild zu einem echten Hingucker. Der Spruch „Viel hilft viel!“ gilt hierbei nicht, die Regler sollten sparsam eingesetzt werden.

Workflow

Zunächst benötigen wir eine Belichtungsreihe. Diese besteht in der Regel  aus einem unter belichteten, einem normal belichteten und einem über belichteten Bild. Die Belichtungseinstellungen können entweder manuell getroffen werden oder mit dem Autobracketing (auch AEB genannt) Modus aufgenommen werden (hierzu siehe Handbuch der Kamera). Bei der Wahl der Anzahl der zu verwendenden Aufnahmen achte ich verstärkt darauf, dass jeder Teil des des Bildes auf mindestens einem Foto richtig belichtet ist.

Als Nächstes laden wir die Belichtungsreihe in das Programm Photomatix Pro 5 von HDRsoft . Eine Demoversion ist unter diesem Link auf der Herstellerseite verfügbar: http://hdrsoft.com/de/download.html .

HDRsoft bietet drei verschiedene Lizenzmodelle für Photomatix an:

Photomatix Essentials ist die Einsteigerversion der Software. Der Funktionsumfang ist auf das Wesentliche beschränkt (inklusive dem ausrichten von Freihandaufnahmen und der automatischen Geisterbildkorrektur). Das Besondere: Photomatix Essentials ist auch als Plugin für Adobe Photoshop Elements verfügbar. In wenigen Wochen erscheint die aktuelle Version 4 des Programms auch auf Deutsch.
Photomatix Pro bietet eine mächtige Palette an Bearbeitungswerkzeugen (unter anderem selektive und automatische Geisterbildkorrektur und eine zeitsparende Stapelverarbeitungsfunktion). Desweiteren wird ein Plugin für Adobe Photoshop Lightroom mitgeliefert.  Die Lizenz ist auch für die Essentials Version gültig.
Photomatix Pro Plus enthält neben der Lizenz für Photomatix Pro und Essentials ein Plugin für Apple Aperture sowie ein Tone Mapping Plugin für Photoshop CS2 bis CC.

Ein (englischsprachiger) Vergleich der verschiedenen Versionen ist ebenfalls auf der Website des Herstellers verfügbar: http://www.hdrsoft.com/order/features_compare.html

Nach dem ersten Programmstart werdet ihr feststellen, dass Photomatix Pro trotz des mächtigen Funktionsumfangs mit einer angenehm übersichtlichen, aufgeräumtem Oberfläche daherkommt.

Photomatix Pro 5 Programmoberfläche

Der Import funktioniert entweder über den Explorer oder einfach per Drag&Drop.

Die Auswirkungen der jeweiligen Einstellungen und Regler werden vom Programm mit kleinen Erklärungstexten beschrieben.

Eine besonders praktische Funktion von Photomatix ist die Möglichkeit der selektiven Bearbeitung. Hierfür wählt man im Getonemappeten Bild den entsprechenden Bereich, welcher zu hell oder zu dunkel ist aus und kann ihn abdunkeln oder aufhellen.

 

Nachdem wir die in den Screenshots ersichtlichen Schritte ausgeführt haben, speichern wir das Ergebnis als TIFF Datei ab.

 

Es sind noch einige Verbesserungen sind noch nötig, zum Beispiel wirkt das Ganze noch ein wenig „flach“ und sollte somit nachgeschärft werden.

Für das Feintuning öffnen wir das TIFF mit Photoshop Elements. Zum Schärfen darf in diesem Fall ruhig die „automatisch schärfen“ Funktion verwendet werden. Zusätzlich habe ich leichte Anpassungen an Helligkeit & Kontrast vorgenommen.

Nach dem Speichern sieht das finale HDR Bild nun so aus:

HDR-Final

 

 

 

 

 

 

Die Verarbeitung wäre so wie sie hier zu sehen ist auch mit Photomatix Essentials möglich und würde komplett über das Plugin in Photoshop Elements ablaufen. Das zwischenspeichern als TIFF entfällt. Das Einzige, was die Essentialsversion nicht bietet sind die selektive Geisterbildkorrektur, die selektive Bearbeitung und die Voreinstellung „Fusion/Innenraum“, welche bei Innenaufnahmen durchaus fehlen könnte.

Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen mit diesem Beitrag helfen. Falls noch Fragen offen sind, schreibt sie einfach unten in die Kommentare.

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