U-Verlagerung R.


!!! ACHTUNG!!!

Vorweg möchte ich darauf hinweisen , dass die Befahrung unterirdischer Anlagen wie der U-Verlagerung R. und anderer Stollen, Höhlen und Bunker mit einem hohen Risiko verbunden ist. Bitte befahrt solche Anlagen nur, wenn ihr wisst, was ihr tut! Neben einer umfassenden Ausrüstung (Overall, Helm, Handschuhe,Sicherheitsschuhe, Feinstaubmasken, Verpflegung und mehrere Taschenlampen und Stirnlampen) solltet ihr euch im Vorwege über den Zustand der Anlage, welche ihr besuchen wollt informieren (Gefahr von Grubengasen?). Lest euch zu diesem Thema am besten zunächst das Befahrerhandbuch der Grubenarchäologischen Gesellschaft durch: https://www.untertage.com/


Die geschichtlichen Hintergründe zur U-Verlagerung

Bereits 1939 wurde der Schieferabbau in dem Schieferbruch aufgrund des zweiten Weltkriegs eingestellt. 1943 wechselte der Bruch im thüringischen Schiefergebirge für einen Preis von 170 000 Reichsmark p.A. mitsamt allem toten & lebendigen Kapital den Besitzer.  Bei dem Pächter handelt es sich um eine Scheinfirma der SS.

In den folgenden Jahren fand der Ausbau zur Untertage-Verlagerung statt (September 1943 bis März 1944). Diese Arbeiten wurden von Zwangsarbeitern, die unter unmenschlichen Bedingungen in einem Außenlager des KZ Buchenwald untergebracht waren, außgeführt. Das Lager zählte zeitweise 1194 gefangene.

Für die Anlage wurden bereits vorhandene Stollen aus dem Schieferbergbau genutzt.

Die gesamte Nutzfläche betrug 20000 m², verteilt auf 5 Sohlen: Die A-Sohle (611 m), die B-Sohle (593 m), die D-Sohle (577 m), die F-Sohle (551 m) und die G-Sohle (520 m).

Auf der D-Sohle wurde ein untertägiges Sauer- und Stickstoffwerk betrieben.

Außerdem wurden Prüfstände für die Triebwerke V2-Raketen eingerichtet.

Auf der B-Sohle befand sich die Telefonzentrale der U-Verlagerung. Neben einem ebenerdigen Zugang gab es noch zwei Schrägstollen, einer davon unter der Betreibervilla und ein weiterer unter dem ehemaligen Lehrlingsheim.

Ende 1945 wurde der Triebwerkstestbetrieb eingestellt.

Knapp 3 Monate später, am 13.04.1945, wurde das Arbeitslager evakuiert und widerstandslos an die amerikanischen Truppen übergeben.

Im Mai und Juni 1945 führten amerikanische Ingenieure erneut Triebwerkstests auf dem Gelände durch.

Ab Juli 1945 stand das Areal unter der Herrschaft der roten Armee, welche ab 06.09.1945 die Triebwerkstests fortführte und sogar einen dritten Teststand errichtete.

Von April bis Oktober 1946 wurde schließlich das Sauerstoffwerk auf der D-Sohle demontiert.

Ab Januar 1947 verlegte die rote Armee ihre Triebwerkstests in die Sowjetunion.

Von mitte bis ende März 1948 hat man Sprengungen an einigen unter- und oberirdischen Teilen der Anlage vorgenommen.

Zur Zeit derDDR, ab dem 01.06.1948  wurde der Schieferabbau durch eine „VEB“ fortgesetzt.

 

 


Stellungnahme

desertedplaces.de distanziert sich ausdrücklich von sämtlichem nationalsozialistischen Gedankengut.  Die in der Zeit des Nationalsozialismus unter der NS-Ideologie verübten Taten sind allesamt Verbrechen gegen die Menschheit und die Grundrechte des einzelnen. Dieser Beitrag soll ein Mahnmahl darstellen und den kranken Größenwahnsinn der Nazis veranschaulichen.

 

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